Geschichtliches von Heiligenkreuz

           

1350    wurde Heiligenkreuz, Dobraken, Zetschin und Weißensulz bereits als kleine Siedlung genannt.

1450    brachten die Laminger deutsche Siedler mit, die sich hier neben den Choden ansässig machten und neue Dörfer wie Haselberg, Fuchsberg, Neubäu (vorheriger Name Hammersbrunn), Wistersitz und Sichtigfür (vorheriger Name Neuteich) gründeten.

1598    wurde das Gut Heiligenkreuz vom Militär zerstört.

1629    beginnen die Kirchenbücher in denen es heißt, dass die Toten nach altem katholischen Brauch bestattet wurden. Die Rückkehr der Bewohner zum Katholizismus war somit beendet. Damals waren eingepfarrt: Heiligenkreuz, Dobraken, Haselberg, Sichtigfür, Wistersitz, Fuchsberg, Neubäu, Strasshütte, Plöss, Eisendorf, Ruhstein, Hammersbrunn, Schmolau, Pössigkau, Zemchen, Neuhof, Wabitz, Weißensulz, Zetschin

1634    wütete in Heiligenkreuz die Pest, die in einem Jahr 429 Menschen dahin raffte. Davon in Heiligenkreuz 113, Haselberg 5 und in Dobraken 28.

1713    Nach einem Inventar vom 29.12.1713 hatte der Meierhof Heiligenkreuz 1 Wagen, 3 Pflüge, ...... .

1678    waren in Heiligenkreuz 33 Besitzer, 2 Müller, 18 Chalupner das sind insgesamt 53 Häuser.

1722    sind im Grundbuch 53 Besitzer in Heiligenkreuz angeführt.

1777    sind im Grundbuch 76 Besitzer in Heiligenkreuz angeführt.

1786    wurde die Pfarrei in Weißensulz errichet.

1788    und 1793 wurde in Heiligenkreuz das Wetterläuten verboten.

1789    wurde der herrschaftliche Mahlzwang abgestellt.

1791    wurden Wallfahrten verboten.

1810    mußte das silberne Kirchengerät abgeliefert werden, wofür zur Anschaffung anderer Kirchgeräte aus unedlem Metall ein Vorschuss von 180 Gulden in Bankzetteln oder 60fl. Konventionsmünzen ausbezahlt wurden. Erst 1822 wurde der Restbetrag vergütet, mit Zinsen.

1811    vernichtet auf der Großen Seite eine Feuersbrunst 10 Häuser und 8 Scheunen. Der Besitzer von Nr. 59 ging früh mit dem Kienspan um Heu, ließ in Stecken und als er wieder zurück kam, hatte der Heustoß Feuer gefangen, das sich schnell verbreitete. Es brannten ab Nr. 56, 55, 51, 50, von 48 nur die Scheuer, dann 47, 46, 45, 44, 43 und 42 welch letztes Haus in den Weiher gerissen wurde.

1817    wurde das Spital Nr.39, das 1713 gestiftet wurde umgebaut.

1819    die Straße durch das dorf wird gebaut.

1822    brannte das Wohnhaus Nr.10 ab.

1826    brannte die Kirche und viele Häuser in Weißensulz ab.

1836    wurde der Eisenhammer (an der Radbusa, Hammermühle) der Herrschaft Bischofteinitz eingeweiht.

1838    wurden im Klattauer Kreis sämtliche Grundstücke vermessen und die Gemeindemappe angelegt, auf der Herrschaft Heiligenkreuz vom Juli bis September.

1832    trat in Böhmen, besonders in Prag die asiatische Brechruhr auf.

1834    starben in der Umgebung, besonders in den Grenzdörfern Eisendorf und Plöss viele Menschen an der Ruhr, worauf die Christmetten um 5 Uhr abends gehalten werden mussten und erst 1846 um 12 Uhr Mitternacht wieder statt fanden.

1819    am 14.02.1819 wurde über Anforderung des K.K.Kreisamtes ein Notschlachtverein gegründet, dem 10 Ganz-, 3 Dreiviertel-, 6 Halb-, 13 Viertel- Bauern und 21 Häusler beitraten.

1840    wurde ein Zieglofenerrichtet, in dem ein Brand mit 6500 Ziegeln a 5 fl. 36 Kreuzer zusammen 35 fl. 48 Kreuzer gebrannt wurden, während ein Brand mit 6400 Stück dem Lorenz Ebenhöh von Schlattin um 35 fl. 45 Kreuzer abgekauft wurden.

1841    wurde die Gemeindeschmiede gebaut.

1848    Kostitution. Robot zur Ablösung. Die „Untertanen“ verweigern den Zehnt. In der Umgebung wurde 1849 der Zehnt durch Militärexekutionen eingehoben.

1850    am 28.08.1850 wurde unter Vorsitz des Bezirkshauptmanns Franz Herbig die erste freie Wahl des Gemeinevorstands vorgenommen. Der fühere Richter Johann Pöhnl Nr.47 wurde Ortsvorsteher.1. Gemeinderat Franz Pöhnl Nr. 51, Wenzl Grau aus Haselberg Nr.10 und Heinrich Kotz wurden Ausschussmitglieder. Alle wurden nach einer kirchlichen Feier vom Pfarrer vereidigt.
Nach der Grundlastentabelle vom 10.12.1850 aus Prag erfolgte die Ablösung der Naturalabgaben. Robot und der Zehentmit dem zwanzigfachen Schätzwert für 1 Jahr. So wurden dem Pfarrer 100 Strich Korn, 100 Strich Hafer, 22 Klafter Holz, Fasteneier usw. abgelöst und Ihm im Jahr 1851 insgesamt 376 fl. angewiesen.

1853    wurden an der Straße von Weißensulz nach Bischofteinitz Obstbäume gepflanzt

1854    wurde über Anordnung der Bezirkshauptmannschaft anlässlich der Vermählung des Kaisers Franz Josef vor dem Pfarrgarten der sogenannte „Kaisergarten“ abgelegt, in dem Schulkinder 19 Obstbäume und der Baron Wenzl Kotz den Zaun spendete.

1857    am 03.06.1857 starb Wenzl Kotz. Bischof Valerian Iraik von Budweis segnete ihn ein. 2 Eskadronen Husaren, 170 Mann, eröffneten den Trauerzug.

1859    am 10.10.1859 brannte die Kirche ab. Das Feuer ging um halb 2 Uhr nachmittags im spital Nr. 39 auf, das ein heftiger Wind zur Kirche trug. Es brannte nieder: Das Dach mit dem schönen Zwiebelturm, das große Altarbild, 5 Kreuzwegstationen nebst anderen Bildern minderen Wertes, die Kanzel, die zwei Seitenaltäre (die Altarbilder wurden gerettet), die Bänke, das Chor samt Orgel und drei Glocken im Gewicht von 14 Zentnern.

1859    wurde das Dorf Wabitz, das seitb 1596 zu Heiligenkreuz gehörte, ausgepfarrt und der Pernatitzer Pfarre zugewiesen.

1860    wurde der Dachstuhl des Kirchendaches fertiggestellt.

1862    wurde das Kirchendach neu eingedeckt

1864    wurden die Kirchenmauern neu angeworfen und die hölzerne Decke des Kirchenschiffes errichtet

1865    wurden drei Glocken mit Namen: Christian, Wenzeslaus und Johann im Gewicht von 6 Zentnern aufgehängt.

1867-68 wurden drei gemalte Glasfenster aus Regensburg angeschafft.

1869    wurde erst das provisorische Chor, das Speisegeländer und die Kanzel noch ohne Hut und Schalldeckel

1866    im Bruderkrieg waren die Söhne des Christian Kotz eingerückt. Wilhelm blieb unverwundet, Wenzel und Karl wurden bei Königgrätz schwer verwundet, besonders letzterer, der von einem preusischen Offizier einen schweren Säbelhieb über den Kopf erhielt. Dieser Offizier, Namens Döring, heiratete die Schwester des Karl und als ihn dieser bei der Verlobung im hiesigen Schlosse erblickte und als er seinen ehemaligen Gegner erkannte, stürzte er sich auf ihn und musste zurückgerissen werden.

1867    wurde Josef Eckert Nr.10 Vorsteher der politischen Gemeinde Heiligenkreuz und Dobraken und blieb es 3 Wahlperioden bis 1876.

1878    wurde die Gemeinde Dobraken selbstständig.

1868    am 28. März brannte das Haus und die Scheuer Nr.11 Georg Höpfl ab.

1867    wurde für die durch die drangsale des Krieges hart getroffenen gesammelt. Am 11.12.1867 wurden die vom K.K Bezirksamte im Juli 1866 geliehenen Gewehre abgegeben.

1873    wurde die zweite Klasse der Volksschule eröffnet.

1874    berichtet die Gemeinde, dass zum Vertrieb, Verkauf von Petroleum durch die Krämer Josef Hanakam in Haselberg und Johann Pöhnl kein Anstand obwaltet.

1876    am 01.Juli wurde der Freiwillige Feuerwehrverein gegründet.

1878    wurde aus dem Brennhause das Wohnhaus Nr.88 umgebaut. Am 04.04.1878 wurden vor der Kirche die 2 Kastanienbäume gepflanzt.

1879    war hier Einquartierung.

1880    am 17.Mai stellte die Gemeinde den Abbrändlern Peter Wild, Johann Spinler und Georg Gross ein Schuldlosigkeitszeugnis aus. Der Schaden betrug 8393 Gulden, ebenso 1880 für Besitzer Josef Brix Nr.61, Johann Hildwein Nr.59, Georg Strecker Nr.56 und Wenzl Roith Nr.55 bei welchem ein Hüttenjunge am 16. Juni 1880 das Feuer legte, nachdem er schon am 05. Juni versucht hatte. Wenzl Roith konnte es damals am 05. Juni noch löschen. Der Knabe hieß Schiffert, hatte auch den Brand der Häuser Nr.4, Nr. 5 und Nr.6 (Wild, Spinler,Gross) verursacht und wurde nach Amerika geschafft.

1881    bei der Volkszählung im Jahr 1881 gab es in Heiligenkreuz 93 Häuser, 168 Wohnparteien, 19 Abwesende und 707 Einwohner, in Haselberg 13 Häuser, 4 Abwesende also 94 Einwohner, in Wistersitz 262 Einwohner, in Neubäu und Fuchsberg 350 Einwohner und in Sichtigfür 94 Einwohner.

1880    wurde das halbe Haus Nr.60 auf Nr.92 umnummeriert.

1882    fehlen in Heiligenkreuz die Häuser Nr.3, Nr.18, Nr.33, Nr.53 und Nr.86

1886    wurde für die 2. Klasse ein neues Schulhaus um 4400 Gulden gebaut.

1889    hatte Heiligenkreuz 720 Einwohner, Haselberg 95 und Dobraken 130 Einwohner.

1893    brannte im Gibahorka 2 Joch Wald ab. Ursache: Ein weggeworfenes Streichholz bei großer Dürre.

1893    Umbau der Schule wegen der neuen 3. Klasse.

1894    am 01.Januar wurde die 3. Klasse eröffnet.

1900    am 01.Januar wurde statt der Wiener Währung (W.W.) der Gulden fl. zu 60 Kreuzer (kr) der Kronenwährung eingeführt. 1 Krone hat 100 Heller (h)

1900    am 05.August wurde die Lokalbahn Stankau Ronsperg eröffnet.

1910    am 01.August wurde die Lokalbahn Taus Tachau em Verkehr übergeben. Heiligenkreuz erhielt eine Halte- Verladestelle.

1911    hatte Heiligenkreuz 688, Haselberg 86 Einwohner.

1911    die Reichstagswahl brachte dem Agrarier Wenzl Stahl aus Polschitz 3991 Stimmen, dem Sozialdemokraten Karl Fleischmann 2321 Stimmen und dem Christlichsozialen Peter Siegler aus Eisendorf 582 Stimmen.

1912    wurde im Schloss eine Sprechstelle des Staatstelephons eröffnet.

1912    am 11.Juni wurde Wenzl Freiherr Kotz von Dobrz, Feldmarschallleutnant im Alter von 71 Jahren beerdigt und von Bischof Hulka aus Budweis eingesegnet. Die Herrschaft von Heiligenkreuz ging an seinen Sohn Heinrich über.

1922    am 08.Dezember wurde für die im 1. Weltkrieg abgenommenen Glocken 2 neue Glocken hinzu gekauft und im Turme aufgehängt. Die Große Glocke „Helena“ hatte 242 kg und kostete 11354 Kronen und 64 Heller. Die mittlere Glocke blieb während des 1. Weltkrieges im Turm hängen. Die kleine Glocke „Barbara“ hatte 65 kg und kostete 3049 Kronen 80 Heller.
Diese beiden 1922 gekauften Glocken wurden im 2. Weltkrieg neuerdings abgenommen, weil die Front Bronze brauchte.

1942    am 28. Januar wurde beide Glocken nach Hostau weggefahren.

1924    am 20.September wurde die Elektrizitätsgenossenschaft Heiligenkreuz gegründet.

1943    Heiligenkreuz 125 Häuser und 126 Hausnummern (es fehlt die Hausnummer 53), Haselberg 14 Häuser und 14 Hausnummern.

1945    hatte Heiligenkreuz vor der Vertreibung der deutschen Bevölkerung 620 Einwohner.

1946    letzter deutscher Pfarrer war Adolf Rudy.

1987    Spendenaufruf zur Renovierung der Pfarrkirche durch Gabrielle Freifrau von Harnier, geb. Freiin Kotz von Dobrz Tochter des letzten Patronatsherrn.

1993    konnte mit Hilfe von Spendengeldern die Renovierungsarbeiten an der Pfarrkirche beginnen.

2000    am 17. September wurde die Renovierung der Pfarrkirche mit der Weihe einer neuen seit 1942 fehlenden Glocke abgeschlossen. Letzter Pfarrer von Heiligenkreuz war Vaclav Novotny, der bis zum Tod seiner Frau Maria, als Pastoralassistent, mit Hilfe seiner Familie alles mögliche zum Erhalt der Kirche getan hat.